Burn out im Paradies auf Erden

Das Spiel des Lebens

 

Natürlich hängt unser gesellschaftliches Wohl in hohem Maße von der jeweiligen Wirtschaftslage ab! Das stimmt ohne Zweifel. Aber haben Sie sich schon mal überlegt wie natürlich, obligatorisch, logisch oder gottgegeben diese Abhängigkeit real ist? ... Ja/Nein. Na, wie auch immer. Kommen Sie doch einfach mit, auf eine kleine Reise durch die Katakomben der Logik unserer höher-schneller-weiter-besser-effizienter getriebenen Gesellschaft ...


So befinden wir uns also bei großer wirtschaftlicher Nachfrage gesellschaftlich im Hoch, da in diesem Fall die Umsätze, Löhne und Staatseinnahmen sprudeln. Wir versinken umgekehrt aber gleichermaßen in die gesellschaftliche Depression, wenn die Nachfrage stagniert, da in diesem Fall Umsätze, Margen, Aktienkurse, Löhne, Arbeitsplätze, staatliche Einnahmen verloren gehen. Aber ist diese kollektive Reaktionsweise noch zeitgemäß? Bedeutet bei gesunder Betrachtung, unter gesunden Verhältnissen eine stagnierende Nachfrage innerhalb einer Wohlstandsgesellschaft nicht:


  1. Wir haben alles, brauchen gerade nichts und können uns in Ruhe ein Pause gönnen?!


Die Verhaftung am wirtschaftlichen Erfolg zwingt uns dazu, die Nachfrage anzuschüren und unter allen Umständen am Laufen zu halten. Unter allen Umständen bedeutet: Konstruktion von Mängeln in Produkte, damit sie nicht allzu lange halten; Geschmacksverstärker und Farbstoffe in den Nahrungsmitteln, damit wir unabhängig davon, was der Körper braucht, mehr konsumieren; Nachfragesteigerung durch Preissenkungen mit der Folge von steigendem Effizienzdruck; Verlagerung der Produktion in Billiglohnländer mit unökologischen, weltweiten Transporten; Geringschätzung von Mensch (Leiharbeit, Dumpinglöhne, Ausbeutung der dritten Welt) und Tier (Massentierhaltung, Tiere als Vieh, als Produkt); Zwang zur permanenten Effektivitäts- und Effizienzsteigerung mit enormen Kollateralschäden für unsere Gesundheit (Stress, Burn-out, Depressionen, krankhafte Essgewohnheiten, Herzkrankheiten, Erkältungsanfälligkeit, etc.); künstliche Arzneimittel, die uns nicht dauerhaft heilen, sondern in eine dauerhafte Arzneimittelkonsum-Spirale der Nebenwirkungen führen; Leiter von Krankenhäusern, die vertraglich zu Umsatz-Targets und nicht der Gesundheit der Menschen verpflichtet werden ...


Eigentlich haben wir uns doch mittlerweile einen technischen und kulturellen Standard erarbeitet, der uns auf der Erde ein paradiesisches Leben ermöglicht. Müssten wir nicht einfach unser gesellschaftliches Streben und Tun nach unserem menschlichen Wohl, dem Wohl unserer Mitlebewesen und der Erhaltung unseres Lebensraumes ausrichten - und das Paradies wäre so gut wie geschaffen? 


Wenn wir Produkte auf Haltbarkeit hin konstruieren und produzieren, dann halten diese länger und die am Produktionsprozess beteiligten Menschen hätten allein aus diesem Umstand heraus mehr Freizeit. Wenn wir die Fertigung von unnützen Billigprodukten und das ganze Marketing weglassen, welches nur dazu dient „Dinge, die die Welt nicht braucht“ hübsch zu reden, würden wir erneut unglaublich viel an Freizeit zurückgewinnen. In dieser zurück gewonnenen Freizeit könnten wir uns um die wirklich wichtigen Dinge kümmern: Um uns selbst (Gesundheit, Bildung, Kultur, Spiritualität); um unsere Kinder (Spass, Spiel & Persönlichkeitswachstum statt ungezügeltem, rohem Medienkonsum) um unsere Freunde (soziale Kontakte, Wegbegleiter); unsere Mitmenschen (Gerechtigkeit & Menschlichkeit); unsere Mitlebewesen (Tier- und Artenschutz) und unsere Mutter Erde (Naturschutz).


Was - außer den Zielen, worauf wir uns gesellschaftlich ausgerichtet haben (Wachstum) beziehungsweise dem von uns dafür geschaffenen Ordnungssystem (freie Marktwirtschaft) - steht dem effektiv entgegen?


Wachstum als Ziel und das darauf ausgerichtete marktwirtschaftliche System generell zu verteufeln wäre allerdings falsch, denn beides war über lange Jahre hinweg zielführend. Doch wo Wachstum und Fülle für eine nach dem Krieg ausgezehrte Gesellschaft noch gesund und belebend war, stellt beides im Rahmen einer Wohlstandsgesellschaft eine krankhafte Wucherung dar, die über das Ziel hinausschießt. Beim einzelnen Menschen nennt sich unkontrolliertes Wachstum im Organismus Krebs. Sowohl beim einzelnen Menschen als auch einer ganzen Gesellschaft führt ein überwuchernder Prozess auf Dauer zwangsläufig zum Exodus!


Monarchien führten oft zu unersättlichen Machtkämpfen; religiös orientierte Gesellschaften führten zu Spaltung, Verachtung anderer Gesinnungen und unermesslichem Blutvergießen; der Kommunismus vernachlässigte individuelles Streben und Freiheit; unsere am Markt orientierte Gesellschaft wuchert mittlerweile unkontrolliert und nimmt keine Rücksicht auf Mensch, Tier und Natur; ... also was ist die Lösung? Auf welche Ziele sollten wir uns ausrichten und was ist die richtige Gesellschaftsform für eine menschliche Gesellschaft? Durch welche Strukturen öffnen wir uns das Paradies auf Erden?


Im Verlauf der folgenden Artikel, werden Gedanken darüber offeriert, mittels welcher Korrekturen unsere Marktwirtschaft bestehen bleiben könnte; was zu tun wäre, wenn unser System kollabiert bzw. worauf wir künftig unser Streben ausrichten könnten.


Auf der Webseite Gemeinwohlökonomie findet sich bereits ein innovatives Konzept seitens engagierter Menschen und Organisationen.


Die Basis für eine neue Gesellschaft ist aber erstmal ein neues Bewusstsein. Sehen Sie im folgenden Artikel, was die Generationen übergreifende Vererbung von Besitztümern mit einem 1000 Jahre währenden Monopoly-Spiel gemein hat.

Zwischen den einzelnen Artikeln zeigen Schürfwitze auf eine humorvolle Art Parallelen zwischen typischen Verhaltensweisen bestimmter Tiere und unserem menschlichen Streben auf.



Weiter über den Ratten-Schürfwitz


zum Folgeartikel 1000 Jahre Monopoly - ohne Spielneuanfang!


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Um Himmelswillen! Ist mein Sohn etwa dumm?

Wenn ich meinem 10-jährigen Sohn sage, dass nichts zu tun ist, weil der Rasen schon gemäht ist und Muttern das Haus schon sauber gemacht hat, dann verfällt er seltsamerweise nicht in Depression und beginnt als obligatorische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme damit, z.B. die Anzahl der Ameisen im Garten zu katalogisieren. Er freut sich und geht spielen.


Wenn es in unserem Staat oder bei unseren Unternehmen gerade nichts zu tun gibt, weil gerade niemand etwas braucht, dann ist das ganz furchtbar. Da werden wir alle unruhig, bekommen existenzielle Ängste und verfallen mit den Börsen in die Depression.


Das versteht mein Sohn nicht und ich weiß nicht, wie ich es ihm begreiflich machen soll. Ist er etwa dumm?