Ein langes Leben ... für´s Altersheim?

Das Spiel des
Lebens

Lustig-Weltbewegend-Tiefgründiges

von Mensch zu Mensch

 

Aktiv und glücklich leben ... bis ins hohe Alter

Ab und an verwandeln sich Statistiker in Prognostiker, indem sie frühere Zahlen und Fakten zu den heutigen Daten in Beziehung setzen und die Entwicklung aus der Vergangenheit heraus in die Zukunft weiterspinnen. Unter der Voraussetzung, dass wir genauso denken und uns verhalten wie bisher sowie keine unvorhergesehenen Dinge eintreten, dürfte sich dies nach Adam Riese über kurz oder lang dann auch so bewahrheiten. Demnach steuern wir - prognostizierenden Statistikern zufolge - über die nächsten Jahrzehnte hinweg auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 90 Jahren zu - die Frauen zuerst, die Männer etwas später. Diese Entwicklung verdanken wir in erster Linie unserer modernen Medizin, die immer raffiniertere Methoden entwickelt um unser Leben zu verlängern. Doch was erwartet uns eigentlich im Alter? Macht es Sinn unser Leben uneingeschränkt zu verlängern oder gibt es eine Kehrseite dieser Medaille?


Unsere Medizin verfügt über zahlreiche lebensverlängernde Maßnahmen, die uns lange im Rennen halten. Dabei wurden im Laufe der Zeit immer mehr Funktionsabläufe im Körper nachvollzogen - einschließlich der Stoffe, welche diese in Gang setzen. In chemischen Laboratorien gelang es anschließend Arzneien zu entwickeln, um Körperfunktionen auch ohne körpereigene Stoffe in Gang zu halten. Darüber hinaus wurden immer mehr High-Tech-Geräte und Bauteile geschaffen, die abgenutzte Körperteile oder funktionsbeeinträchtigte Organe unterstützen oder mittels Transplantation gar ersetzen. Es gilt nicht mehr als undenkbar, dass am Ende dieser Entwicklung in vielleicht 500 oder 1000 Jahren sämtliche Körperprozesse durch Arzneimittel, sämtliche Körperteile durch Kunststoffe sowie Organe durch High-Tech-Geräte oder Ersatzorgane ersetzbar sind. Damit kann letztendlich alles, was naturbedingt „den Geist aufgibt“ substituiert werden und Ihre Nachfahren können mit Tante Irmgard theoretisch den 500. Geburtstag feiern.


Egal wo wir ein Problem haben, mit dem unser Körper nicht zurecht kommt, finden sich immer mehr künstliche Helferlein, welche uns die Körperfunktion abnehmen oder das abgenutzte Körperteil ersetzen. Das ist zweifellos sehr hilfreich. Allerdings darf dabei eines nicht vergessen werden! Das was Sie anderen oder anderem überlassen und nicht mehr selbst tun, wird Ihr Körper abbauen und Ihr Gehirn verlernen. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine Fremdsprache handelt, die Sie nicht mehr pflegen; Bewegungsabläufe und Muskeln, die Sie nicht mehr trainieren oder die Funktion der Leber oder Schilddrüse, welche Sie einem Medikament überlassen. Jede Art von Hilfe, die Ihre Arbeit übernimmt - ob in Form von künstlichen Arzneien oder technischen Geräten - ist einem Rollstuhl vergleichbar. Ein Rollstuhl erleichtert Ihnen die Fortbewegung. Aber können Sie durch einen Rollstuhl auf Dauer wieder besser laufen?


Des Weiteren ist das, was von einem Medikament gesteuert wird, für Ihren Geist und Willen nicht mehr zugänglich. Einem Herzschrittmacher ist es egal, ob Sie mehr Dampf brauchen, weil Sie gerade über die Straße rennen möchten. Unabhängig davon ob Sie ruhen oder Gas geben, animiert er Ihr Herz gleichmütig zur selben Schlagzahl. Ähnlich verhält es sich bei Schilddrüsenhormonen, welche als Impulsgeber die Schlagzahl Ihres Herzens regulieren oder einem blutdrucksenkenden Arzneimittel. Ein Antibiotika tötet sowohl feindliche Bakterien als auch eigene Immunzellen ab, ein Diuretika entbindet die Niere von einem Teil ihrer Aufgaben, etc. Mit jedem künstlichen Arzneimittel geben Sie also ein Stück weit Ihre Selbstverantwortung, aber auch Selbstbestimmung für Ihren Körper und Ihr Leben ab. 


Man kann sich zudem leicht vorstellen, dass bei einem Eingriff in die Funktion eines Gesamtsystems, auch die anderen Funktionsabläufe beeinträchtigt werden. Sobald Sie in einem Uhrwerk ein Rädchen langsamer laufen lassen, sind dadurch automatisch auch die anderen Rädchen betroffen. Dauerhafte Eingriffe in unser System Mensch sind deshalb meist der Anfang einer Nebenwirkungs-Arznei-Verschreibungsspirale. Die auf dem Beipackzettel unter Nebenwirkungen aufgeführten Arzneien bilden logischerweise die nächst folgenden Lebens-Krücken.


Das Ergebnis dieser einseitig auf Lebensrettung und Lebensverlängerung ausgerichteten Heilmethodik sehen wir am deutlichsten gegen Ende unseres menschlichen Lebens in Altenheimen. Viele ziehen dort bereits mit Sortierschalen ein, in denen sich farblich unterschiedene Tabletten tummeln, deren vorschriftsgemäße Einnahme sonst organisatorisch kaum mehr machbar wäre. Erwiesenermaßen sind diese bunten Kügelchen eine wichtiger Faktor für ein hohes Lebensalter sprich Lebensquantität. Bezieht man jedoch die Lebensqualität in Form von Glück, Zufriedenheit, aktive Lebensgestaltung in die Betrachtung mit ein, so leuchtet die Perspektive eines langen Lebens in einem schummrigen Licht. Stellt sich also die Frage: Wie sinnvoll ist ein langes Leben, das wir letzten Endes nicht mehr in der Hand haben? Ein Leben, das wir immer weniger leben können, da uns sämtliche Gestaltungsmöglichkeiten nach und nach abhanden kommen. Stellt sich ebenfalls die Frage, ob das unweigerlich so kommen muss oder ob es auch Möglichkeiten gibt, sich bis ans Lebensende Freude und Aktivität zu erhalten?


Hier kommt die Naturheilkunde ins Spiel - bestehend aus schätzungsweise 200 verschiedenen Therapieverfahren, die sich in unserer Zeit zunehmender Beliebtheit erfreuen. Darin inbegriffen sind Heilmethoden, welche gleich der Allgemeinmedizin eher symptomatisch wirken und Patienten damit in erster Linie mal „nur“ aus der Patsche helfen. Daneben finden sich aber auch allerlei wirkungsvolle Methoden zur Stärkung Ihres Organismus und Beseitigung von Ursachen. Man könnte die Wirkweise von Allgemeinmedizin und Naturheilkunde etwa wie folgt vergleichen:


Allgemeinmedizin setzt Sie in einen Rollstuhl und schiebt Sie über die Straße;

Naturheilkunde nimmt Ihnen die Angst und stärkt Ihren Körper und Geist, damit Sie selbst über die Straße gehen können.


„Hilfe zur Selbsthilfe“ ist also hier das Prinzip. Naturheilkundliche Verfahren und Arzneimittel nehmen Ihnen nicht die Arbeit und Verantwortung ab, entmündigten Sie im Umkehrschluss dazu aber auch nicht. Naturheilkundliche Präparate diktieren Ihrem Körper keine Parameter, sondern regen beispielsweise Ihre Organe zu mehr Leistung an (Solunate). Oder sie fördern Ihren Organismus, indem Mineralsalze besser aufgenommen und verwertet werden können (Schüssler Salze). Eine weitere Wirkungsweise ist die Anregung von Prozessen wie beispielsweise Entgiftungsprozessen oder das Besänftigen überschießender Aufbauprozesse (anthroposophische Medizin). Mittels einer Kneipp- und Saunakur härten Sie Ihren Körper ab. Bachblüten decken tiefliegende Ängste auf und helfen bei deren Verarbeitung und Heilung. Im Rahmen der klassischen Homöopathie erhalten Sie Klarheit hinsichtlich Ihrer Rolle und Haltung gegenüber Ihrer Umwelt. Ihr Organismus erhält also Unterstützung, um generell und im Einzelnen besser mit sich und den Anforderungen der Umwelt umgehen zu können. Da Körper, Seele und Geist zusammenhängen und sich gegenseitig befruchten, werden Sie damit auf Dauer auch selbstbewusster, stärker, klarer, flexibler, gelassener und souveräner.


Indem man im Leben besser wird, ist man von selbigem automatisch nicht so schnell überfordert, erkrankt demzufolge seltener und erhöht generell seine Lebensqualität in Form von Glück und Zufriedenheit. Folglich brauchen wir sowohl die Allgemeinmedizin als auch die Naturheilkunde, wenn wir lange als auch lebenswert leben möchten:


Die Allgemeinmedizin hält uns weiterhin im Rennen, selbst wenn wir gerade nicht stark und kräftig genug dafür sind. Die Natur- und Alternativmedizin hilft uns, das Rennen des Lebens aktiv, eigenständig und erwachsen zu gestalten. Je besser man im Rennen ist, desto länger macht es Spaß!



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