Über Menschenkrümel in großen Gesellschaftskuchen

Das Spiel des
Lebens

Lustig-Weltbewegend-Tiefgründiges

von Mensch zu Mensch

Jeder ist Teil eines Kuchens und trägt damit zu Größe und Geschmack desselbigen bei. Man kann Teil eines Clubs, Vereins, einer Firma, einer Stadt, eines Landes oder eines Staates sein. Selbst wenn man absolut autark im Niemandsland einsiedelt, so ist man dennoch Teil der Menschheit auf der Erde und als solches von den global wirkenden Machenschaften der Mitmenschen betroffen – z.B. wenn diese Fracking spielen und das Erdenwasser einsauen oder Abgase in die Luft pusten oder wenn uns zum Beispiel Atomkraftwerke um die Ohren fliegen. Man kommt einfach nicht aus: Jeder Erdenkrümel ist von der menschlichen Gesamtduftnote betroffen und trägt mit seinem Duft anteilsmäßig zum menschlichen Gesamtgeschmack bei.

„Aber was kann ich kleiner Krümel am großen Kuchen schon ändern?“, fragen sich viele. Dabei vergessen sie, dass jeder Kuchen – sei er auch noch so groß – im Detail betrachtet aus einer Vielzahl kleiner Krümel und Zutaten besteht. Manche kleine Krümel schaffen es dabei sogar, das Rezept des ganzen Kuchens zu bestimmen. Sie geben ein Gesellschaftsrezept vor: „Wer darf rein, wer fliegt raus, wo geht´s lang beziehungsweise wie muss man als Zutat beschaffen sein, will man Teil meines Kuchens sein.“ … und erheben anschließend den Anspruch auf den Gesamtkuchen. Ein kleiner, machtgeiler Krümel als Chef des ganzen Kuchens: Wahnsinn, was so alles geht, oder? Und wie im echten Kuchenleben kann eine kleine Zutat wie z.B. ein Bitterpilz einen ganzen Kuchen ungenießbar machen.

So und nun zu Dir und Deiner geballten Macht als kleiner Menschenkrümel im großen Gesellschaftskuchen:


  1. Die Krümelzutat für Wohlgeschmack
    Du kannst Dir überlegen, wie Du selbst zum Gesellschaftskuchen beiträgst: Als eine wohlschmeckende und hilfreiche Zutat mit sozialer Gesinnung gegenüber anderen und dem Ganzen; eine neutrale Zutat, die den Geschmack der Gesellschaft weder positiv noch negativ beeinflusst; als eine ungenießbare, herum nöhlende Gesellschaftszutat oder gar als giftige, egozentrische Zutat mit zersetzender Wirkung auf den menschlichen Gesamtgeschmack.


  1. Der eigenverantwortliche Krümel
    Du kannst Dir überlegen, zu welchen Gruppen mit welchen Gesellschaftsrezepten Du Deine Krümelmasse beigibst. Je mehr Krümel in einen Rezeptetopf hüpfen desto größer wird der Kuchen. Wenn kein Krümel in einen Rezeptetopf hüpft, dann wird dieses Gesellschaftsrezept auf der Erde schlichtweg nicht gebacken. Damit definierst Du, welche gesellschaftlichen Gepflogenheiten Du mit Deiner Krümelmasse unterstützt. Zusammen mit den vielen anderen kleinen Mitkrümeln legst Du fest, welche Kuchen und Gesellschaftsrezepte auf der Erde im großen oder kleinen Stil gebacken werden. „Du“ und in der individuellen Vervielfältigung „Wir“ bilden den Teig, die Basis aus der ein Gesellschaftskuchen aufgeht.


  1. Der gestaltende Krümel
    Du kannst Dir überlegen welche anderen menschlichen Zutaten Du in den Kuchen tolerierst, zu denen Du Dich zugehörig fühlst. Du kannst also Rezeptvorschläge machen und Deine humanen Geschmacksvorstellungen einbringen.


  1. Der mutige Krümel
    Wenn Du in einem Topf mit einem übel-menschlich-schmeckenden Rezept bist und Deine Mitzutaten keine Lust auf menschlichen Wohlgeschmack haben, dann kannst Du Dich immer noch „verkrümeln“. Damit entziehst Du dem inhumanen Übelkuchen Deine Masse und machst ihn um Deinen Teil kleiner und gesamtgesellschaftlich machtloser. Flüchtlinge, die gerade ihre kriegerische Heimat verlassen, gehören übrigens zur Gattung der mutigen Krümel.


Letztendlich definiert die Masse der Krümel und damit jeder einzelne Krümel, welche Gesellschaftsrezepte auf der Erde gebacken werden. Große Kuchen entstehen nur dort, wo viele einzelne Krümel in den Topf hüpfen und sich mit einrühren lassen.

Ach ja, was die anderen Krümel machen, ist nicht Dein Bier! Du bist nur für Deinen Krümelanteil verantwortlich. Aber es gibt noch so eine Art „Krümeldynamik“. Sobald Du zu einem neuen Gesellschaftsrezept wechselst, erhöhst Du damit die Wahrscheinlichkeit, dass andere Krümel es Dir nachmachen und sich ebenfalls dorthin begeben.

Tja, mehr kann man von einem Krümel nicht verlangen und mehr verlangt auch niemand von Krümeln. Gelingt es Dir, das zu beherzigen, dann bist Du schon ein ganz Großer! ... nämlich ein Mensch. Damit hast Du vielleicht schon Dein irdisches Daseinsziel erreicht und kannst Dir kräftig auf die Schultern klopfen. Denn das einzige was klar ist, wenn Du nackt, klein und unscheinbar in dieser Welt geboren wirst ist, dass Du augenscheinlich ein Mensch sein sollst! Darin steckt als Beipackzettel „die Menschlichkeit“ und als irdische Bedienungsanleitung sich „menschlich zu verhalten“. Damit ist über Ziel und Sinn Deines Lebens eigentlich alles gesagt, oder?

Viel Glück dabei, Du kleiner Krümel - der doch soviel Großes beinhaltet ...


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„Ich weiß nicht, ob Jesus Christus ein Narr war, aber in jedem Fall muss er verrückt gewesen sein! Anstatt den damaligen Römern und Pharisäern Liebe und Einheit nahe zu legen, hätte er genauso gut einer Horde von Menschenfressern die Vorzüge der vegetarischen Küche anpreisen können! ...


Da kann man sich leicht die Wahrscheinlichkeit ausrechnen, mit der man im Kochtopf landet. Viele Menschen haben dementsprechend bis heute aus seinem Wirken nur die Erkenntnis gezogen, wie man andere noch ausgebuffter auskochen kann.“