Überfluss - die Fallgrube der freien Marktwirtschaft

Das Spiel des
Lebens

Lustig-Weltbewegend-Tiefgründiges

von Mensch zu Mensch

 

Die Un-Gleichung zwischen freier Marktwirtschaft und einer Gesellschaft im Überfluss:

Marktwirtschaft = Angebot & Nachfrage ...

Überfluss = viel mehr Angebot als Nachfrage ...

viel mehr Angebot als Nachfrage = Preis- und Wert(e)verfall


Warum sich das System einer freien Marktwirtschaft bei Erreichen der Wohlstands-Sättigung in Verbindung mit technologischer Effizienz zwangsläufig selbst beerdigt!

Unser System der freien Marktwirtschaft war lange Zeit wichtig und zielführend für unser gesellschaftliches Wohl. Wettbewerb belebte nicht nur das Geschäft sondern auch das Leben, denn er schuf zunehmend innovativere Technik und Produkte - Dinge, die uns immer mehr Arbeit abnahmen, unseren Wohlstand förderten und das Leben erleichterten. Im Rahmen des zweiten Weltkriegs wurden zahlreiche technologische Entwicklungen in zerstörerischer Windeseile aus der Taufe gehoben. Das Prinzip der freien Marktwirtschaft bot in der Folge den kriegsmüden und ausgezehrten Menschen Anreiz, dieses zerstörerische, technologische Know-how in gesellschaftlichen Nutzen umzumünzen. So wurde beispielsweise Flugzeug- und Schiffstechnik für den internationalen Waren- und Kulturaustausch konzipiert und die Zerstörungskraft der Atomwaffen mehr oder weniger in der Anwendung einer effizienten Energiegewinnung gebändigt.


Prinzip einer freien Marktwirtschaft ist die Steuerung über Angebot und Nachfrage. Wer etwas bietet, das andere schätzen, erhält dafür Wertschätzung in Form von Geld. Je größer der Nutzen für andere bzw. je mehr Menschen es nützt, desto größer die Nachfrage mit entsprechend höherer Wertschätzung in Form von kleinen bunten Scheinen. Umgekehrt gilt aber auch: Je mehr etwas angeboten wird, das von Wenigen nur wenig gebraucht wird, desto geringer ist die Wertschätzung dafür und man bekommt, wenn überhaupt, nur noch wenig bunte Scheine. Das war lange Zeit kein Problem, denn es brauchte viel Arbeitskraft, um das durch den Krieg Zerstörte wieder aufzubauen sowie um Neues zu entwickeln und in die Tat umzusetzen.


Heute haben wir dank unserem Fleiß und der Innovationskraft der vergangenen Jahrzehnte so ziemlich alles, was wir brauchen: Nahrungsmittel im Überfluss, ein Dach über dem Kopf und auch viele weitere Annehmlichkeiten. Noch dazu haben wir uns zumindest in den sogenannten zivilisierten Ländern seit längerem nicht mehr im großen Stil die Köpfe eingeschlagen und gegenseitig unsere Habseligkeiten zerschmettert. Das ist an sich wunderbar, birgt aber im Rahmen des Systems der freien Marktwirtschaft ein riesiges Problem, denn ... es gibt nicht mehr viel Wichtiges zu tun!


  1. Die wichtigsten Dinge für ein angenehmes Leben wurden schon geschaffen und erübrigen Innovation und Konstruktion.


  2. Durch effiziente Maschinen und Technologie können die wichtigen und angenehmen Dinge mit wenig menschlichem Aufwand produziert werden und erübrigen Aktion und Arbeitskraft.


Alles eine Katastrophe für ein rein auf Angebot und Nachfrage basierendes System, denn zusammengefasst gibt es ein vielfältiges Angebot, aber aufgrund der Markt- und Nachfragesättigung zu wenig Nachfrage. Damit sinkt automatisch die Wertschätzung gegenüber den Angeboten und damit der Preis. Sofern man unter diesen Umständen auf Gedeih und Verderb an dem Angebot-Nachfrage-System hängt, verschiebt sich das Streben des Gesamtorganismus Marktwirtschaft zwangsläufig von wichtigen und nützlichen Dingen auf unnütze, oberflächliche Dinge und in der weiteren Folge sogar auf krankhafte Dinge ohne Rücksicht auf Verluste der Menschlichkeit:


  1. Innovation wendet sich schließlich der krankhaften Aufrechterhaltung der Nachfrage zu und schafft Dinge, die Abhängigkeiten und damit Nachfrage fördern. Innovation verquast ferner im Marketing und schafft mittels Beschönigung und Verblendung einen künstlichen, sprich entweder nicht vorhandenen, nur flachbrüstigen oder gar krankhaften Nutzen.


  2. Der Wert von Arbeit und damit arbeitenden Menschen verfällt infolge gesättigter Märkte und effizienter Technologie inflationär (Leiharbeit, Dumpinglöhne). Menschen, deren Arbeit nicht viel Wert ist, erhalten dafür wenig Wertschätzung und haben im marktwirtschaftlichen System deshalb wenig Geld zur Verfügung. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, hat keine Mittel etwas nachzufragen mit der fatalen Folge, dass Angebot und Nachfrage noch weiter auseinander klaffen!


  3. Das Ganze wird noch durch die Globalisierung verschärft. Die Gesetze der Marktwirtschaft suchen immer die günstigste und effizienteste Möglichkeit der Beschaffung. Die Beschaffung verlagert sich somit in Billiglohnländer und hinterlässt an den inländischen Produktionsstandorten Nachfragelöcher.


Ergo:     Wir verarmen im und aus dem Wohlstand heraus!

Unsere paradiesischen, technologischen Errungenschaften für leichten und satten Wohlstand werden innerhalb des marktwirtschaftlichen Systems zur Fallgrube! Gewinner aus dem System bleiben nur diejenigen, welche über Monopole verfügen oder eine Nachfrage-geschätzte Neuerfindung (z.B. i-phone) - aber nur so lange bis die anderen nachziehen (Smartphones).


Willkommen in unserer heutigen Zeit! Mit der zunehmenden Geringschätzung von arbeitenden Menschen in Form von Leiharbeit oder marktwirtschaftlicher Sklaverei in der dritten Welt; umweltschädigenden Produktionsverfahren; gesundheitsschädlichen Nahrungsmitteln mit Geschmacksverstärkern zur Konsumsteigerung; einem umsatzorientierten Gesundheitssystem, dass Sie in einem grauen Zustand zwischen Leben und Tod belässt; einem massiv manipulierenden Marketing via allen Medienkanälen; mit durch Mark und Bein gehenden Wirtschafts- und Finanzkrisen und last but not least einer marktwirtschaftlichen Elite, die den massiv verfallenden Werteverlust (Geldwertverlust, ganzen Volkswirtschaften steht das Wasser bis zum Hals) für sich selbst aufzufangen versucht: Durch Sicherung von Produktionsmitteln (steigende Aktionskurse = steigende Beteiligung an Unternehmen), Immobilien, Monopole (Erdöl), Rechte an Lebensnotwendigem (Privatisierung von Energie, Wasser und Saatgut).


Fazit & Lösungen:

Wenn man das System der freien Marktwirtschaft aufrecht erhalten will, muss man die durch den gesättigten Markt und die technologische Effizienz fehlende Nachfrage anderweitig ausgleichen.


Dies gelingt entweder, indem man durch Zerstörung eine neue Nachfrage schafft. Der größte Kriegstreiber der vergangenen Jahre war zufällig das Land mit der weltweit freiesten Wirtschaftsordnung, die U.S.A. So haben sich zuletzt die seitens der Bush-Regierung angeführten Gründe für den Afghanistan und Irak-Krieg im Nachhinein als fingiert herausgestellt. Und so hat der amtierende, meines Erachtens an sich friedliebende Präsident Barack Obama derzeit wieder alle Hände voll zu tun, um die diesbezüglich drückenden Strömungen im Zaum zu halten (Nordkorea, Naher Osten, Ukraine/Russland-Konflikt etc.).


Ein friedliches Mittel als Ausgleich der sich erübrigenden Nachfrage, wäre z.B. ein bedingungsloses Grundeinkommen oder hohe Mindestlöhne. Die Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens müsste dabei an die technologische Effizienz einer Gesellschaft angelehnt sein. Der Lebensunterhalt der Menschen wird dadurch gesichert, bringt Kaufkraft zur Belebung der Nachfrage und erübrigt krankhafte Innovation und zwangsläufige Aktion. Die effiziente Technik bringt Annehmlichkeiten, Spiel, Spaß als auch Freizeit. Eine freie Zeit, in der wir uns wieder mehr auf uns selbst, auf andere und anderes besinnen können.


Das Paradies auf Erden steht schon vor unserer Türe. Wir müssen als Schlüssel nur noch eine Wirtschaftssystematik schaffen, wodurch es in unsere Lebensrealität eintreten kann!


Wie man ein bedingungsloses Grundeinkommen bzw. den notwendigen, gesellschaftlichen Wandel realisieren könnte, ersehen Sie im nachfolgenden Artikel.


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„Was nützt Innovation auf der Titanic, wenn sie nicht dazu dient den Kurs zu ändern?“